Das passte ja gut, dass ich im Zuge meiner freien Tätigkeit für die Zeitung ins Theater zu Max Frisch geschickt wurde, denn ich lese gerade mit meiner Klasse "Biedermann und die Brandstifter". Das Stück, welches von SchülerInnen präsentiert wurde, kannte ich nicht, deswegen war ich sehr neugierig. Im Vorfeld hatte ich mich über den Inhalt informiert und fragte mich, was den Literaturkurs eines Gymnasiums dazu bewogen hatte, sich dieses Stück auszusuchen, denn die Intention ist nicht sehr einfach herauszuarbeiten.
Ein Staatsanwalt nimmt sich ein Beispiel an einem inhaftierten Mörder, der einfach so einen anderen Mann mit der Axt erschlug. Warum, das kann er nicht beantworten. Die Freiheit, die sich der Sträfling nahm, begeistert den Gesetzeshüter, also schmeißt er sein komplettes Leben hin und nimmt fortan eine Axt und mit ihr das Recht in die eigene Hand. Er lässt sich von der naiven Inge, die sich eine Zukunft an der Seite des phantastischen Grafen Öderland erträumt, verführen und steuert in eine Position, die er so gar nicht wollte.
Die Aufführung war gelungen, hatte ihre Längen und die jungen Leute waren sehr ambitioniert und selbstbewusst auf der Bühne. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass ihnen selbst so ganz genau bewusst war, was Frisch mit dieser ursprünglichen Moritat vermitteln wollte.
Ich hätte bei der Inszenierung mehr gekürzt und gerafft, den Focus intensiver gesetzt.
Sehr gut gefiel mir aber, dass die typische Komik von Max Frisch pointiert und sehr gekonnt umgesetzt wurde.
Und man darf nicht vergessen, dass wir es mit mit jungen Laien zu tun hatten, insofern meckere ich gar nicht herum, sondern ziehe den Hut vor so einer gekonnten und selbstbewussten Darstellung!
LG










































