Mittwoch, 22. Mai 2013

"Graf Öderland" von Max Frisch im Gütersloher Stadttheater

Das passte ja gut, dass ich im Zuge meiner freien Tätigkeit für die Zeitung ins Theater zu Max Frisch geschickt wurde, denn ich lese gerade mit meiner Klasse "Biedermann und die Brandstifter". Das Stück, welches von SchülerInnen präsentiert wurde, kannte ich nicht, deswegen war ich sehr neugierig. Im Vorfeld hatte ich mich über den Inhalt informiert und fragte mich, was den Literaturkurs eines Gymnasiums dazu bewogen hatte, sich dieses Stück auszusuchen, denn die Intention ist nicht sehr einfach herauszuarbeiten.
Ein Staatsanwalt nimmt sich ein Beispiel an einem inhaftierten Mörder, der einfach so einen anderen Mann mit der Axt erschlug. Warum, das kann er nicht beantworten. Die Freiheit, die sich der Sträfling nahm, begeistert den Gesetzeshüter, also schmeißt er sein komplettes Leben hin und nimmt fortan eine Axt und mit ihr das Recht in die eigene Hand. Er lässt sich von der naiven Inge, die sich eine Zukunft an der Seite des phantastischen Grafen Öderland erträumt, verführen und steuert in eine Position, die er so gar nicht wollte.
Die Aufführung war gelungen, hatte ihre Längen und die jungen Leute waren sehr ambitioniert und selbstbewusst auf der Bühne. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass ihnen selbst so ganz genau bewusst war, was Frisch mit dieser ursprünglichen Moritat vermitteln wollte.
Ich hätte bei der Inszenierung mehr gekürzt und gerafft, den Focus intensiver gesetzt.
Sehr gut gefiel mir aber, dass die typische Komik von Max Frisch pointiert und sehr gekonnt umgesetzt wurde. 
Und man darf nicht vergessen, dass wir es mit mit jungen Laien zu tun hatten, insofern meckere ich gar nicht herum, sondern ziehe den Hut vor so einer gekonnten und selbstbewussten Darstellung!
LG

Dienstag, 21. Mai 2013

10 Jahre + Gluten-und Zuckerkoma + Vorschau Callwey "Mein Grillvergnügen" und "Wohnen für die Seele"

Zum 10-jährigen viele Rosen von J. bekommen
Wieder einmal ein sehr schönes Wochenbild meines Kalenders
Knochenbrühe gegen die Nebenwirkungen des Zucker- und Getreidekomas
 Der Callwey-Verlag  war erneut (klick) so freundlich, mir zwei seiner wunderschönen Bücher zur Verfügung zu stellen, die ich demnächst  ausführlich vorstellen und rezensieren werde. Vielen Dank.
LG

Freitag, 17. Mai 2013

Foto-Frage-Freitag zu "Die Karte meiner Träume" von Reif Larsen

1. A wie aufregend?
Aufgeräumt und im Regal gefunden.
2. B wie besonders schön?
Besonders schöne Uberleitungen zu den neuen Teilen
3.  C wie chaotisch?
So manche Zeichnungen wirken auf den ersten Chaotisch, man braucht Zeit, um sie zu verstehen.
4. D wie deine große Liebe?
Dieser Abschiedsbrief, den T.S. seiner Familie hinterlässt, bevor er in sein Abenteuer startet.
5. E wie eine einfach Idee?
Einfach toll, wie der Autor mit zusätzlichen Erklärungen und Varanschaulichungen arbeitet.
Danke, liebe Steffi und mehr wieder hier

Mittwoch, 15. Mai 2013

"Die Karte meiner Träume" von Reif Larsen

Lange lag dieses wunderschöne Buch in einem Regal und wartete geduldig darauf, dass ich nach ihm greifen würde. Nun ist es endlich soweit, denn da ich im Zuge meines Glücksprojektes (klick) keine neuen Bücher kaufe, lese ich jetzt das, was angeschafft aber erst einmal bei Seite gelegt wurde.
Dieses Buch ist wunderschön gestaltet, wie ihr sehen könnt. Es liegt im Großformat vor und ist so liebevoll präsentiert, dass es richtig Spaß macht, die Geschichte des 12-jährigen T.S. Spivet zu verfolgen. Er ist wissenschaftlich orientiert, zeichnet naturgenaue Käferabbildungen, Karten und Diagramme und bekommt dafür von einem berühmten Museum in Washington einen Preis. Der Haken daran ist, dass seine Familie keinen blassen Schimmer von seiner Tätigkeit hat. Der Museumsleiter denkt, dass T.S. erwachsen ist und an einer Universität lehrt.
Er wird zur Preisverleihung eingeladen und soll eine Rede halten. 
T.S. berichtet von seiner Reise, aber viel wichtiger von seinem Leben in einer Familie, in der niemand so recht zum anderen passen mag. Der kleine Bruder ist verstorben, es gab einen Schießunfall und man vermutet, dass T.S. beteiligt war. Mit dem Tode von Layton verliert der Vater seinen Lieblingssohn und zieht sich immer mehr in die Tiefen seiner Ranch zurück. Die Mutter, Wissenschaftlerin und auf der vergeblichen Siche nach dem Beweis für die Existenz eines Käfers, scheint sich gar nicht für ihre Familie zu interessieren, sodass jeder seinen eigenen Weg geht. 
In dieser Situation packt er seinen Koffer und springt auf einen Güterzug auf und die Reise beginnt.
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Sonntag, 12. Mai 2013

12 am 12.

1. Aufgestanden
2. Laptop angeschmissen
3. Während dessen drinnen
... und draußen
4. Gemütlich gemacht
 
5. Werkzeug des Tages
6. gebadet
7. Frühstück geholt und gegessen
8. Kuschelalarm
 9. gelesen
10. gekauft (hatte ich schon gelesen und erst für nicht so gelungen befunden, aber ich habe so viel darüber gesprochen und nachgedacht, dass es nun doch einen Stammplatz auf meinem Kindle bekommt)

 11. Spaziergang
12. Gartenimpressionen während der Regenlücke
Puh, das war es wieder von mir und viel mehr gibt es  hier  zu sehen.

Glücksprojekt - weiter geht es


Ok, es geht in die nächste Runde, nachdem ich einen Monat pausiert habe und zwischenzeitlich sogar überlegte, das Projekt abzubrechen.
ABER ich habe festgestellt, dass es mit konkreten Zielen besser läuft, ich zufriedener  und ausgeglichener bin und dass jegliche faule Ausrede eben auch nur eine solche ist.
Nun, oben ist mein Plan für die erste Woche, dieser wird sich sicher ein wenig über den nächsten Monat verändern, denn einiges muss nur wieder Gewohnheit werden, dann kann der Stellenwert ein wenig geringer und Neues aufgenommen werden.
LG

"Wunder" von Raquel J. Palacio

Lange habe ich mich nicht an diesen Roman heran getraut, denn er wurde mir zu häufig mit "Simple" verglichen und da ich "Simple" liebe, hatte ich Angst, dass "Wunder" mir nicht gefallen könnte.
Nun war es soweit, ich habe mir das Buch auf den Kindle geladen und gelesen. 
Anfangs wollte ich es weg legen, da ich die Sprache nicht schön fand. Tausende Wiederholungen - da muss mein Deutschlehrerherz ja streiken. 
Aber ich gab der Geschichte um August eine Chance und habe es nicht bereut. Im Gegenteil, ich überlege schon, wann ich das Buch mit welcher Klasse lesen kann :-)

August, 10 Jahre alt und im Gesicht aufgrund diverser Krankheiten sehr entstellt, kommt das erste Mal in seinem Leben in eine Schule, nachdem seine Mutter ihn zuhause unterrichtete. Er hat eine Familie, in der er geborgen und sicher ist und wird in eine Welt geschickt, die brutal und verletzend ist. Jedoch stellt sich August den Widrigkeiten seines neuen Lebens und zeigt unendlich viel Mut, der mit neuen Freunden und Erkenntnissen belohnt wird.

Kinder sind grausam, Erwachsene auch. 
Das könnte eine der Maximen des Buches sein, von denen es viele gibt, denn das Lehrerteam will nicht nur lehren, sondern sich entwickeln helfen und das gelingt ihnen sehr gut, denn letztendlich ist August angekommen im realen Leben und die Mitschüler haben menschliche Werte vermittelt bekommen und sie zu eigenen gemacht.
Ein wunderbares Buch, welches uns aus diversen Perspektiven serviert bin. Es ist eine Geschichte einer Familie, die aneinander und miteinander wächst.

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